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DER BEGINN VON ETWAS NEUEM.

 

Bereits letztes Jahr hatte ich einen Vortrag vor den MTP-Studenten an der Hamburger Uni gehalten, der sich nun inhaltlich weiter fortführt und mir immer mehr Spaß macht. Mein Thema ist der epochale Wandel in dem wir uns aktuell befinden und die damit verbundenen Konsequenzen für das Marketing. Während die MTP-Studenten eine geballte Packung Inhalte in 20 Minuten präsentiert bekamen, waren es in Berlin auf der "JackmeetsJill"-Konferenz schon 45 Minuten. Nun hatte ich die Chance dieses Thema mit den EMBA-Studenten in 2x4 Tagen zu vertiefen. Die Eingangsfrage lautete "was ist der Mensch?". Ich erklärte den Medien- und Marketingstudenten, dass Menschen die in diesen Bereichen arbeiten von dem Mythos leben, gute Antworten auf die Bedürfnisse von Kunden/Menschen zu haben. Deshalb ist diese Frage zentral. Das Ziel war, aufzuzeigen wie sich unser Bild von dem Menschen immer wieder umbaut und verändert. Und natürlich werden wir niemals eine erschöpfende Antwort auf die Frage finden. Den Studenten war es ausdrücklich gestattet ihre sozialen Netzwerke in die Gruppenarbeit einzubeziehen. Die erste Gruppe sollte sich fragen, wie sich unser Bild von dem Menschen, von der Aufklärung, über die Moderne, bis hin zur Postmoderne veränderte und welche Leitideen und Medien vorrangig waren. Sie haben gut herausgearbeitet, wie der Mensch immer mehr als vernünftiges, rational handelndes Wesen erkannt wurde. Diese Perspektive war die Wegbereitung für die Industrialisierung, die auch die Geburtsstunde des Konsumenten war. Die zweite Gruppe beschrieb den Weg der Postmoderne, hin zu unserer gegenwärtigen Netzwerkgesellschaft und konnte gut aufzeigen, wie sich unser Menschenbild wieder umbaute. Von einem hedonistischen, vielfältigen Ich, hin zu einem sozialen und kooperativen Wesen. Gerade dieser jüngste Umbauprozess verändert viele Fundamente, auf denen wir arbeiten. Das hat vor allem die dritte Gruppe gut herausgearbeitet, die sich gefragt hat, woher der militärische Aspekt im Marketing kommt. Fündig wurden sie um und bei 1880, als die Universitäten die ersten Ökonomen ausbildeten. Die Theorielücke wurde mit dem Wissen der Militärführung geschlossen. Wirtschaft und Unternehmensführung wurde als eine Art Kriegsführung verstanden. Und dieser Mythos hält sich hartnäckig. Noch heute reden wir von Positionierungen, Zielgruppen, Briefings, Kampagnen und von Chief Marketing Officers. Klassische Marketingpläne und Aktivitäten erinnern an Militäraktionen, um zum Beispiel Marktanteile zu erobern. Das verträgt sich mit unserem aktuellen Menschenbild gar nicht mehr und wir müssen daran gehen, unsere Marketingfundamente umzubauen. Wir haben im Anschluss im Plenum an Thesen für die Zukunft gearbeitet, um Lösungsansätze zu skizzieren. Ich warf auch das MARKENBEDEUTUNGSSPIEL© in die Runde und wir diskutierten viel über das kooperative Spiel. Aus all diesen Inhalten speise ich meinen Vortrag und freue mich bereits jetzt auf den 17. August, wenn ich im Rahmen des Planning Camps der Miami Ad School etwas dazu sagen darf.

 

 

    

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